Volkspark – Geschichte

Der Volkspark Friedrichshain ist die erste kommunale Parkanlage Berlins. Anlässlich des 100. Jahrestages der Thronbesteigung Friedrichs des Großen beschlossen die Stadtverordneten im Mai 1840, eine große Grünfläche im Osten der Stadt anzulegen, die den Namen des Monarchen tragen sollte. Der im landschaftlichen Stil von 1846 bis 1848 entstandene Park geht zurück auf einen Entwurf von Gustav Meyer, einem Schüler von Peter Joseph Lenné. Er gestaltete das hügelige Gelände mit langen Spazierwegen und Grünflächen für Spiel und Sport.
Am 22. März 1848 wurden die zivilen Opfer der Märzrevolution auf der damals höchsten Erhebung des frisch bepflanzten Geländes begraben. Der eigens errichtete Ehrenfriedhof war ein starkes Symbol gegen die adelige Obrigkeit, denn er sollte für alle Zeit an die im Kampf um Freiheit, Gleichheit und Demokratie Verstorbenen erinnern. Der Friedhof der Märzgefallenen ist seitdem neben der Frankfurter Paulskirche und der Festung Rastatt ein herausragender Gedenkort für die Ereignisse von 1848/49. Auch 33 Opfer der Novemberrevolution 1918 wurden hier bestattet.
Eine Hauptattraktion des Volksparks ist der 1913 vom Stadtbaurat Hoffmann errichtete Märchenbrunnen, der zu den schönsten Brunnenanlagen Berlins gehört. Vier terrassenförmig angelegte Wasserspiele werden von beeindruckenden Arkaden umrahmt. Am Beckenrand sind Skulpturen, steinerne Frösche und Schildkröten sowie bekannte Figuren aus den Märchen der Gebrüder Grimm aufgestellt.
Im zweiten Weltkrieg bauten die Nazis hier einen von drei Berliner Hochbunkern. Er bot der Bevölkerung Schutz, diente in erster Linie aber als Standort für die Flak. Nach 1945 karrten die Trümmerfrauen hier den Schutt der umliegenden Stadtviertel hin, eine Million Quadratmeter Abraum erweiterten den Park um einen zweihügeligen Berg – dem 78m hohen Großen Bunkerberg und dem 48m hohen Kleinen Bunkerberg. Aufgrund dieser Geschichte wird er seitdem in der Bevölkerung „Mont Klamott“ genannt.
1968 entstand im Friedrichshain das Denkmal der Spanienkämpfer, das an die Internationalen Brigaden von 1936 bis 1939 erinnert.
Am Ufer des Schwanenteiches, der in einem Tal zwischen den beiden Trümmerbergen eingebettet ist, steht die Weltfriedensglocke, die auf Initiative der japanischen World Peace Bell Association aufgestellt wurde. Unter einem Pavillon im japanischen Stil installiert, erinnert sie an die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1945.
Heute ist er ein wirklicher Volkspark, weil er für alle etwas bietet: Spaziergänger, Sportler, Kultursuchende, Kinder, Hungrige, Geschichtsinteressierte.

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